Persönlichkeitsstörung

Bei Persönlichkeitsstörungen (im Folgenden „Persönlichkeitsproblematik“ genannt) handelt es sich um problematische Verhaltensmuster, die wesentlich von denen der Mehrheit der Bevölkerung abweichen und in der Kindheit oder Jugend beginnen. Die Probleme bestehen u.a. in der sozialen Anpassung mit persönlichem Leiden und Ablehnung durch andere, im Umgang mit Beziehungen und den eigenen Gefühlen, in Organisation und Strukturierung der eigenen Lebensgestaltung.
Was ist eine Persönlichkeitsproblematik?
Bitte lesen Sie sich die folgenden Fragen aufmerksam durch. Sie können Ihnen bereits erste Hinweise auf eine mögliche Persönlichkeitsproblematik geben.
- Bestehen bei Ihnen bestimmte Eigenarten über viele Jahre und führen diese Eigenarten immer wieder zu Konflikten mit Arbeitskollegen, mit dem Partner oder anderen Familienmitgliedern?
- Leiden Sie oder Ihre Umwelt unter diesen Konflikten, und haben Sie es trotz großer Anstrengung und trotz therapeutischer Bemühungen bisher nicht geschafft, diese Konflikte zu lösen?
- Haben sich aufgrund dieser „unlösbaren“ Konflikte bei Ihnen oder Ihren Angehörigen Depressionen, Ängste oder andere Symptome entwickelt?
- Fragen Sie sich öfters, warum ausgerechnet Sie sich mit bestimmten Situationen, Menschen oder Aufgaben besonders schwer tun, Ihre Mitmenschen dagegen nicht?
Wenn Sie eine oder mehrere Antworten mit ja beantworten besteht der Verdacht, dass Sie eine Persönlichkeit haben, bei der es aufgrund von problematischen Denk- und Verhaltensmustern zu einem Leidensdruck für Sie und auch Ihre Umwelt kommt.
Was kann man tun bei einer Persönlichkeitsproblematik?
- Der erste Schritt ist die richtige Diagnosestellung! Falls Sie die oben beschriebenen Probleme bereits an sich beobachtet haben, besprechen Sie diese mit Ihrem Therapeuten und lassen Sie sich von ihm erklären, wann man von einer „Akzentuierten Persönlichkeit“ oder einer „Persönlichkeitsstörung“ spricht.
- Sehr wichtig ist, dass zu Beginn einer Therapie geklärt wird, ob es in der Therapie um die Behandlung einer Symptomatik (z.B. Depressionen, Ängste etc.) oder um die Behandlung der Persönlichkeitsproblematik geht! Dies sind zwei vollkommen unterschiedliche Ansätze und erfordern unterschiedliche Maßnahmen.
- Eine Persönlichkeitsproblematik ist behandelbar! Der Betroffene muss sich aber auf einen längeren therapeutischen Prozess einstellen, da es um die Veränderung tief verwurzelter Überzeugungen und Einstellungen geht.
- Der Betroffene entscheidet dabei selbst, welche Einstellungen und Verhaltensweisen er sinnvoller weise verändern und welche er beibehalten möchte.
- Die therapeutische Beziehung ist für den Patienten das Trainingsfeld! In der geschützten Beziehung zum Therapeuten sollen die persönlichen “Eigenarten“, die im richtigen Leben zu Konflikten führen, angesprochen und bearbeitet werden.