Depression / Burn-Out

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen und kommen in allen Lebensabschnitten und sozialen Schichten vor. Die häufigsten Symptome von Depressionen sind u.a. Niedergeschlagenheit, Selbstzweifel, emotionale Leere, Antriebslosigkeit, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit, innere Unruhe, Appetitstörungen, Gewichtsverlust und des Rückgangs des sexuellen Verlangens. Auch Schlafstörungen, Selbstmordgedanken, Konzentrationsschwierigkeiten und unterschiedliche körperliche Beschwerden können auf eine Depression hinweisen. Depressive Auffälligkeiten treten in unterschiedlicher Ausprägung auf verschiedenen Ebenen wie dem Sozial- und Freizeitverhalten, in körperlichen Beschwerden, in Gefühlen und Gedanken, in unterschiedlichen Schweregraden und in unterschiedlichen Verläufen auf. Eine sorgfältige diagnostische Einteilung der depressiven Störungen ist vor dem Behandlungsbeginn dringend erforderlich, um gegebenenfalls eine psychopharmakologischen Mitbehandlung einleiten zu können. Neben der üblicherweise einzeltherapeutischen Behandlung ist die Klinik mit einem speziellen Gruppenkonzept auf die Behandlung depressiver Störungsbilder besonders ausgerichtet.
Gruppentherapiekonzept der Depression
Das Ziel der Therapie ist die Veränderung der depressiven Kognitionen (Gedanken, Einstellungen) wie Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit oder der sogenannten „dysfunktionalen Einstellungen“. Die Patienten sollen die Erfahrung machen und die Überzeugung gewinnen, an der eigenen Situation und dem emotionalen Zustand persönlich etwas verändern zu können. Die Gruppe findet in geschlossener Form über 6 Wochen statt. Alle depressiven Patienten in der Klinik werden unabhängig von der Teilnahme an der Depressionsgruppe sorgfältig diagnostiziert und bearbeiten therapiebegleitend einmal wöchentlich einen Selbstbeurteilungsfragebogen (Beck’sches Depressionsinventar). Alle Patienten haben zusätzlich in der Regel zweimal 50 Minuten Einzeltherapie pro Woche. Darüber hinaus sollten die Betroffenen an körperlich aktivierenden Verfahren unserer Physikalischen Abteilung teilnehmen. Die Gruppentherapie wird unterstützt durch die Gestaltungstherapie, evtl. auch durch das Erlernen einer Entspannungsmethode und einer Anleitung zum Genießen.
Übungsprogramm
Das Programm umfasst 15 Gruppentermine und konzentriert sich in den ersten 4 Stunden neben einer
förderlichen Gruppenatmosphäre auf die Bedeutung der Depression auf die
emotionale, kognitive, physiologische und verhaltensbezogene Ebene. Ein
weiterer Punkt sind die daraus resultierenden Problembereiche und
mögliche persönliche Veränderungsziele, vor allem auf der Verhaltens-
und kognitiven Ebene. Zusätzlich bekommen die Patienten
Verhaltensanalysen als Hausaufgaben. Besonderer Wert wird hierbei auf
die Herausarbeitung sogenannter „automatischer Gedanken“ gelegt, um „dysfunktionale
Einstellungen“ herausarbeiten, die in den folgenden Sitzungen
modifiziert werden sollen.
Im Mittelpunkt der 5. - 12. Stunde
steht die Herausarbeitung einer zentralen dysfunktionalen Einstellung,
die das Gruppenmitglied ändern möchte. Themen wie Selbstwertgefühl,
Suizidalität, Schuld- und Schamgefühl, Sinn- und Hoffnungslosigkeit
stehen dabei im Zentrum der Sitzungen, da viele Gruppenmitglieder sich
hiermit auseinandersetzen und beschäftigen.
In der 14. Stunde wird ein
Imaginationsverfahren durchgeführt, um zu überprüfen, inwieweit die
neuen Einstellungen in konkreten Situationen vorstellbar sind. Geprüft
wird ob die neuen Einstellungen tatsächlichmit einem positiven Gefühl
verbunden sind oder evtl. modifiziert werden müssen.
Abschluss: In der sogenannten
„Disputation“ werden die Gruppenmitglieder aufgefordert, nochmals gegen
die alten und für die neuen Einstellungen zu argumentieren. Im
Klinikalltag selbst sollen die Mitglieder neue Situationen suchen, um
den Umgang mit den veränderten Einstellungen zu überprüfen und zu
testen. In der letzten Stunde wird für jeden Patienten ein sogenannter
individueller „Notfallkoffer“ zusammengestellt, der spezifische und
individuelle Maßnahmen gegen einen Rückfall in alte, schlechte
Stimmungen enthält.